Wismarer Pflegedienst Petra Steinhagen

Mittelohrentzündung

17.10.2017 - 15:10

Eine Mittelohrentzündung ist für die Betroffenen sehr schmerzhaft, aber zum Glück weitestgehend ungefährlich. Neben stechenden Ohrenschmerzen und Fieber klagen die meisten über ein allgemeines Krankheitsgefühl. Zusätzlich leiden einige Patienten an Ohrgeräuschen, einem sogenannten Tinnitus, und Schwindelgefühl. In schlimmeren Fällen können Risse im Trommelfell entstehen, durch die das Entzündungssekret in den Gehörgang abfließt (das sogenannte Ohrenlaufen). Verantwortlich für die Symptome ist eine Entzündung der Schleimhaut im Mittelohr. Auslöser sind in den meisten Fällen Bakterien (vor allem Streptokokken und Haemopulus influenza) oder Viren.
Häufig folgt eine Mittelohrentzündung einer anderen Infektionskrankheit. Vermehrt treten Mittelohrentzündungen deshalb zwischen Dezember und März auf. Die Erreger einer Erkältung, Grippe oder einer Rachenentzündung steigen vom Nasen-Rachen-Raum über die sogenannte Ohrtrompete (Eustachische Röhre) bis zum Mittelohr. Am häufigsten sind Kleinkinder im Alter bis zu drei Jahren betroffen, weil bei ihnen die Ohrtrompete noch sehr kurz ist und die Erreger es so leichter haben, ins Ohr zu gelangen.
Fachleute sprechen bei einer Mittelohrentzündung auch von einer Otitis media. Bei Verdacht auf eine Mittelohrentzündung ist es ratsam, einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufzusuchen. Zunächst werden in erster Linie die Symptome behandelt, da eine Mittelohrentzündung oft nach wenigen Tagen von selbst wieder abheilt. So werden abschwellende Nasentropfen, Schmerzmittel, fiebersenkende Mittel und direkte Wärme auf das betroffene Ohr (beispielsweise über eine Rotlichtlampe) empfohlen. Solange das entzündete Ohr noch nicht beschwerdefrei ist, muss es ausreichend geschont werden, damit es nicht noch stärker gereizt wird. Verbessert sich die akute Mittelohrentzündung nicht nach einigen Tagen, ist es ratsam mit Antibiotika zu behandeln.
Die Mittelohrentzündungen unterscheidet man auf verschiedenen Arten. Dabei sind Dauer und Häufigkeit die auschlaggebenden Kriterien für die Differenzierung. Eine plötzlich auftretende Entzündung wird als akute Mittelohrentzündung (Otitis media acuta) bezeichnet. Treten mindestens drei Entzündungen des Mittelohres innerhalb eines halben Jahres oder mindestens vier in einem Jahr auf, dann spricht man von einer rezidivierenden, also wiederkehrenden Mittelohrentzündung. Besteht eine Entzündung über zwei Monate, wird sie als eine chronische Mittelohrentzündung bezeichnet.
Insgesamt lässt sich sagen, dass eine Mittelohrentzündung zwar sehr unangenehm ist, bei entsprechender Behandlung aber glimpflich und ohne weitere Folgen verläuft.